Eine sehr neue, spannende Erfahrung brachte mir der Dezember. Zuerst spuerte man ueberhaupt keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Man wurde nur immer wieder an das bevorstehende Fest erinnert wenn man in den Supermarkt gegangen ist und original deutsche oder englische Musik auf einmal auf spanisch hoeren musste oder dem riesigen Coca-Cola-Weihnachtsbaum anblickte und sich fragte ob es noch haesslichere Baeume auf der Welt gab. Vielleicht lag es auch an dem Einkauf und Terminstress der wohl vor Weihnachten fast ueberall auf der Welt gleich ist und durch die 30grad im Schatten auch nicht besser wurde. Im Kindergarten gab es jeden Freitag eine Andacht in der ganz freikirchlich jeder Gott danken konnte aber auch gesungen wurde und in sich gekehrt war. Am letzten Tag im Kindergarten vor Weihnachten beschenkten meine tia und ich ein Kind bei dem wir uns sicher waren der Weihnachtsmann ihr sonst nichts mitbringen wuerde, weil ihr Mama einfach nichts hat bzw alles immer fuer Drogen verkauft. So beschrifteten wir ein Kuschel dir und ein Puzzle mit ihrem Namen und liessen es sie auspacken. Das war echt ein unglaublich ergreifender Moment fuer uns beide allein mit diesem Maedchen im sonst leeren Raum zu sitzen und das strahlen und laecheln in ihrem Gesicht zu sehen. An Weihnachten selbst hab ich unter anderem am Pool eine Limo getrunken und in einem Fluss gebadet. Schon komisch wie nah diese beiden Welter hier in Chile zusammen liegen. An Silvester sind wir nach Valparaíso gefahren um uns das angeblich groesste Feuerwerk Suedamerikas anzugucken. Auch das war eine weitere, wunderschoene Erfahrung. Vor allem da ich jetzt sehr entspannt in meinen Kindergarten zurueckkehren konnte und wieder mit voller Energie arbeiten kann.
lucas
Donnerstag, 3. Januar 2008
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