hey ihr
willkommen auf meiner kleinen page die euch ma ein wenig nahe legen wird was ich in chile und in diesem zusammenhang so getrieben hab
viel spaß beim lesen und gucken!! :)

Donnerstag, 3. Januar 2008

Weihnachten und Silvester im heissen Chile

Eine sehr neue, spannende Erfahrung brachte mir der Dezember. Zuerst spuerte man ueberhaupt keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Man wurde nur immer wieder an das bevorstehende Fest erinnert wenn man in den Supermarkt gegangen ist und original deutsche oder englische Musik auf einmal auf spanisch hoeren musste oder dem riesigen Coca-Cola-Weihnachtsbaum anblickte und sich fragte ob es noch haesslichere Baeume auf der Welt gab. Vielleicht lag es auch an dem Einkauf und Terminstress der wohl vor Weihnachten fast ueberall auf der Welt gleich ist und durch die 30grad im Schatten auch nicht besser wurde. Im Kindergarten gab es jeden Freitag eine Andacht in der ganz freikirchlich jeder Gott danken konnte aber auch gesungen wurde und in sich gekehrt war. Am letzten Tag im Kindergarten vor Weihnachten beschenkten meine tia und ich ein Kind bei dem wir uns sicher waren der Weihnachtsmann ihr sonst nichts mitbringen wuerde, weil ihr Mama einfach nichts hat bzw alles immer fuer Drogen verkauft. So beschrifteten wir ein Kuschel dir und ein Puzzle mit ihrem Namen und liessen es sie auspacken. Das war echt ein unglaublich ergreifender Moment fuer uns beide allein mit diesem Maedchen im sonst leeren Raum zu sitzen und das strahlen und laecheln in ihrem Gesicht zu sehen. An Weihnachten selbst hab ich unter anderem am Pool eine Limo getrunken und in einem Fluss gebadet. Schon komisch wie nah diese beiden Welter hier in Chile zusammen liegen. An Silvester sind wir nach Valparaíso gefahren um uns das angeblich groesste Feuerwerk Suedamerikas anzugucken. Auch das war eine weitere, wunderschoene Erfahrung. Vor allem da ich jetzt sehr entspannt in meinen Kindergarten zurueckkehren konnte und wieder mit voller Energie arbeiten kann.
lucas

Mittwoch, 12. Dezember 2007

la gran duquesa viene

¡La gran duquesa viene!

Das waren die einleitenden Worte, auf die eine drei Tage anhaltende Hektik folgte. “La Gran Duquesa” das ist eine Grossherzogin (auf dem Foto zusammen mit Karoline) in diesem Fall aus Luxemburg. Sie ist die Frau des hoechsten Adelsmann dort. Der Kindergarten wurde fuer ihren Besuch von Grund auf geputzt, gebonert, aufgeraeumt, Taenze einguebt und der grosse rote Teppich ausgerollt.

Als sie dann da war ging alles so schnell vorbei, dass man vielleicht alles verpasst haette, wenn man im falschen Moment auf die Toilette gegangen waere. Karoline und die duquesa flitzten voran durch alle Teile des Kindergartens. Hinterher erst eine Zahl von Bodyguards und dahinter eine noch groessere Zahl luxemburgischer Zeitungsreporter und Photographen. Es wurden die Taenze aufgefuehrt und Karoline und die duquesa sagten etwas. Dann sauste die ganze Kolonne dem Ausgang entgegen.

Eigentlich geht man jeden Morgen normal zur Arbeit und denkt sich beim Anblick der in der Morgensonne angestrahlten Berge nichts Boeses, aber irgendetwas passiert eigentlich immer.

Ob man nach 9 Stunden der Arbeit im Kindergarten beim Waschen in einem anderen Voluntarierhaus zufaellig den Saenger der bekanntesten chilenischen Folkloregruppe trifft und dann ein Privatkonzert bekommt oder ob man in die Archive des deutschchilenischen Bundes eingeladen wird, wo man 150Jahre alte Erinnerungsstuecke aus der Zeit der deutschen Einwanderung nach Chile bewundern kann. Fast jedes Wochenende ist ein Musikfestival oder Konzert oder man faehrt in einen der vielen wunderschoenen Nationalparks (Foto: Nationalpark altos de lircay) um der versmoggten Luft Santiagos zu entkommen. Zu diesen ausgesprochen schoenen koerperlichen Strapazen kommen noch gewisse seelische Erfahrungen die man auch erstmal verkraften muss.
Vor drei Wochen ist ein Kind zu uns in die sala gekommen von dem gesagt wird es sei ein “caso especial” (ein besonderer Fall).
Sechs Monate zuvor kam dieses Maedchen zum ersten mal in den Kindergarten. Die Mama un der Papa sind beide drogenabhaengig, wobei der Vater frei ist von jeglichem Interesse fuer das Kind ist. Die Mutter war gerade zum zweiten mal schwanger im 5 Monat, hatte nur gar keinen Bauch, weil sie all ihr nicht vorhandenes Geld fuer Drogen ausgab. So half der Kindergarten so gut es ging und versorgte die Mutter mit. Ein wenig spaeter verschwanden einige CDs aus dem Kindergarten. Am naechsten Tag kamen weder Mutter noch Tochter zum Kindergarten. Fuenf Monate lang hat man nichts von den beiden gehoert oder gesehen. Man wusste nur, dass die Tochter immer allein zu Haus still auf ihre Mama gewartet hat, praktisch eingesperrt und nur aufgrund der Hilfe der Nachbarn nicht verhungert ist. Dieses Maedchen ist vor 3 Woche das erste Mal wieder mit ihrer Mama im Kindergarten erschienen. Zunaechst war sie immer superstill und eingeschuechtert, aber mit viel Geduld konnten wir Vertrauen zu ihr aufbauen. Wir haben sie gebadet (das Wasser war danach schwarz), wir haben sie entlaust und sie hat auch schon ein paar Kilos zugenommen. Heute ist sie fast nicht mehr von den anderen Kindern zu unterscheiden. Gluecklich im Kindergarten zu sein spielt sie und huepft durch die Gegend.

Naja...jetzt geht es langsam auf Weihnachten zu...zum mindest werden wir immer wieder dran erinnert wenn wir es dann doch mal vergessen haben sollten, so gar keine Weihnachtsstimmung aufkommt. Schliesslich sind hier so ungefaehr35grad am Tag.

ich wuensche viele schoene gruesse nach deutschland

lucas

Mittwoch, 14. November 2007

Die Arbeit mit der Armut im Kindergarten Naciente

Als ich das erste Mal in der Kindergarten Naciente gegangen bin, dachte ich: Mensch was mach ich eigentlich hier?? Die Kinder sind doch gar nicht so arm, die sehen ja ganz normal aus!! Erst mit der Zeit ist mir die wirkliche Armut aufgefallen die diese Kinder haben. Dies liegt unter anderem auch daran, dass die Mamas aus Scham und Stolz versuchen die Armut zu verstecken indem sie z.B. ihren Kindern gebraucht Markensachen anziehen. Aber wenn man näher hinsieht, sich auf die Einzelschicksale einlässt, sich manche Köpfe genauer anguckt, dann sieht man nicht nur Läuse sondern auch, dass die Kinder immer das gleiche anhaben auch wenn Löcher reinkommen. Man fragt sich warum man manche besser verstehen kann als andere, warum manche gar nicht reden und andere Hyperaktiv sind, warum manche Schreikrämpfe bekommen und anfangen um sich zu schlagen und andere stark untergewichtig sind. Viele der Kinder haben in ihren 4 Jahren schon mehr Schicksalsschläge erlebt als wir in Deutschland in einem ganzen Leben aus einer ganzen Nachbarschaft zu hören bekommen. Jeremys (Foto) Mutter ist Drogendealerin und drogenabhängig. Sie nahm, nachdem sie mit 14 Jahren schwanger wurde, weiterhin Pasta Vase (Abfall des Kokains) und Mariuhana weshalb Jeremy starke Sprachprobleme hat. Diese müssten eigentlich auf einer Sprachschule behandelt werden. Außerdem verdient sie ihr Geld indem sie „in der Nacht arbeitet“. Sein Vater wurde im Gefängnis erschossen. Klar dass so einem Kind an Liebe, Zuwendung und Erziehung…eigentlich an allem fehlt. Fernando dessen Eltern auch Drogendealer versucht hin und wieder Spielsachen aus dem Kindergarten zu klauen. Dies liegt daran, dass seine Eltern ihn zum klauen in den Supermarkt schicken und er zu haus noch Lob für die geklaute Ware bekommt und deshalb auch im Kindergarten versucht. So viele Geschichten, so viele Schicksale und wenn man an die Zukunftsaussichten denkt, daran dass viele dieser Kinder vielleicht doch wieder auf der Staße landen bei den Drogen wird man echt nachdenklich. Ich versuche nur diesen Kindern das Leben aktuell so schön wie möglich zu machen und ihnen die teilweise fehlende Zuneigung im Kindergarten zu geben. In solchen Momenten wird einem dann bewusst wie gut wir es zuhause haben und welch gute Erziehung ich in meiner Familie genießen durfte und wie kostbar so etwas ist.

Das Leben hier macht immer mehr Spaß. Die Arbeit ist anstrengend auch wenn sie Spaß macht und man schafft aufgrund der Tatsache, dass wir hier in Südamerika sind, danach sowieso nichts mehr (hier dauert einfach alles immer länger, sogar Käsekaufen). Dafür kann man in dieser Zeit immer von den Wochenenden zehren die unheimlich Spaß machen: Ob Wandern im Nationalpark oder Rafting in Argentinien oder einfach nur das Leben auf dem Land oder am Strand genießen hier in Chile erlebt man alles irgendwie intensiver. Es ist echt schön dass ich diese Erfahrungen machen darf.

Lucas Großeheide


Freitag, 28. September 2007

Monat 1 September

hey leuteee...
der letzte monat, der erste hier in chile, war geprägt von sprachkurs der die ganzen vormittage einnahm und übelst vielen partys...abschlusspartys, geburtstagspartys, party im park mit grillen, partys einfach so und party wegen dem 18. september dem nationalfeiertag chiles...sozusagen dem geburtstag chiles (süß ne...ich weiß gar nicht wann genau deutschland geburtstag haben sollte)
jedenfalls wurde an dem tag vor 190 jahren chile als unabhängig erklärt...was da genau passiert is interessiert hier eigentlich keinen, nur dass man da mächtig party macht, dass es der einzige tag im jahr is, wo man auf der straße trinken darf, man isst empanadas, guckt sich militärparaden an und tanzt queka (das alles besoffen!!!)
es ist ja auch nicht so, dass man wegen so einem ereignis dann mal einen tag frei macht auch nicht 2 sondern gleich 5. und so ergab sich für mich die möglichkeit meine alte chilenische familie (die ich vor 2 jahren via austausch besucht hatte) nochmals wieder zu besuchen.
dort wurden meine chilenische bruder (francois) und ich auf 1000000 saufgelage und übertrieben vielem essen eingeladen was total geil war, die eitelkeiten unter uns aber auch aufpassen mussten, dass sie nicht zunehmen.
schicke landschaft hat der süden auf...guckt es euch an

naja...
das zweite was hier prägend war, zumal es in den ersten tagen war in denen ich hier war, war der 11.september. hier zeigt sich dann auch die hässlige seite chiles:
am 11.september 34 jahren war der militärputsch von pinochet

(kleine geschichtsstunde, wenn ihr das schon kennt einfach überfliegen:
70 is der kommunist und sozialist allende an die macht gekommen und hat das land der reichen auf alle bevölkerungsschichten aufgeteilt. darunter haben die reichen gelitten, aber die armen profitiert (ich versuch das neutral zu erzählen).
3 jahre später hat der damalige general des militärs augusto pinochet die kommunistische regierung abgesägt und eine militärdiktatur die bis 1990 dauern sollte angefangen.
den reichen ihr land zurück und alle die dagegen demonstriert haben, wurden umgebracht, gefoltert oder verschleppt. viele verließen das land und den armen ging es noch schlechter als zuvor.)

die linke szene veranstaltet jedes jahr an diesem tag ein riesen aufmarsch:
in der innenstadt santiagos gibt es versammlungen oft gewaltätig, ein polizist is dieses jahr dabei umgekommen,
in ganz santiago fällt der strom aus,
auf vielen straßen werden straßenbarikaden angezündet, und wir haben ausarrest ab 8uhr verordnet bekommen weil es einfach zu gefährlich war (zumal wir aussahen wir gringos, wie nordamerikaner (die pinochet beim putsch sehr unterstützt hatten))
eigentlich war es ganz gemütlich, bei kerzenlicht und bierchen, da kommt romantik auf...aber andererseits fühlt man sich auch wie in einem gefängnis...wenn man nicht auf die straße rauskann...


außerdem waren wir noch supergeil snowboarden (auch wenn es schweineteuer war) in einem der größten skigebiete südamerikas (3500m) wo man einen wahnsinnsblick über die anden hat
sehr geil...

naja...jetzt ist er sprachkurs vorbei und ich fange montag an zu arbeiten :):) das wird toll...ich hab meine tia (=tante) also die kindergärtnerin der ihc helfen werde, und die kinder schon kennengelernt und die sind echt toll.
mehr aus dem kindergarten und von der reise nach mendoza (die mitte oktober ansteht) bekommt ihr dann im nächsten blog...
bis dahin...haut rein!!

Sonntag, 9. September 2007

...muss ich euch erzaehlen, dass ich gestern im groessten und schoensten und geilsten skigebiet der anden snowboarden war...das wo auch immer die europaeischen skigroessen hinfahren, um sich auf den winter vorzubereiten.
auf 3500m hoehe dem geilsten wetter zum skifahren, und echt coolen leuten ham wir da erst mal die piste unsicher gemacht...war ne ziemlich geile aktion zumal wir erst auf der party am abend vorher entschieden haben, dass wir das machen und demnach nur 2 stunden zeit hatten um vorher zu schlafen.um 7uhr morgen ging es dann in die metro zu einer reihe geschaeften wo wir uns snowboardzeugs ausliehen und hochgebracht wurden.
wir waren 3 oben angekommen hatten gewisse leute unter uns schon arg unter der hoehe, dem alk und der extrem harten fahrweise des fahrers durch die serpentien zu leiden und ERBRACHEN SICH aus dem fenster des buses.
naja...dann waren wir 5stunden boarden und sind danach total erschoepft wieder runter...ein tag der sich wohl echt gelohnt hat...im vergleich dazu haben die anderen, naemlich nur dumm zu haus rumgegammelt.
naja...ich werd bald mal wieder schreiben...
lucas

Donnerstag, 30. August 2007

hey ho
ICH WOHNE IN EINEM GEFAENGNIS :D
natuerlich nur yu meinem eigenen schutz...ich bin ja kein verbrecher...zum mindest noch nicht.
ja also wir haben ein cooles haus super schnuckelig mitten in den slums von santiago...wenn man da nachts durch die gegend geht muss man schon wirklich aufpassen...
die leute sind alle sooo super, die deutschen und die chilenen...das is der wahnsinn
nach 17stunden flug sind wir in santiago angekommen und wurden dann..etwas verspaetet weil man das mit der punktlichkeit ja auch nicht uebertreiben muss...zuerst iun die berufsschule wo wir begruest wurden und danach in die hauser gebracht...bissel ausgepackt...blablabla...abends kamen dann och die ersten chilenen vorbei...supercool drauf....und dann sindwir mit denen auf den begruessungssuff gegangen...aber selbst wir deutschen, jung fit und alkerprobt sind nach 30 (gefuehlten 100 stunden) ohne schlaf irgendwann am ende und so mussten wir durch recoleta nach hause torkeln, wobei wir einige breite oder besoffene oder beides menschen auf der strasse gesehen haben, das macht am anfang schon angst vor allem wenn man storys hoert von ehemaligen die ne pistoleauf der brust hatten und ausgenommen wurden und dann aebr noch die eier hatten den rauber zu beschimpfen was ihm denn einfalle jemanden auszuruaben der fur lau ihre kinder versorgt...
naja...eigentlicb sollten wir ja auch gar nichta uf die strasse weil es ziemliche randale in santiago gab...mit molotows und branden und was nicht alles...aber wer haelt sich schon an regeln...vor allem wenn man dann auf den alk verzichten muss...die ehemaligen jedenfalls nicht...
naja...heut waren wir dann noch n bissel spanisch lernen und gurken durch santiago...geile stadt die eigentlich nur mit 3 worten yu beschreiben is: gross, haesslig und chaos...aber das gross macht ne menge wett und sie is auch wegen der menschen die hier leben einfach sooo liebenswert.
naja...das waren so die ersten eindruecke von meiner seite aus...
bis die tage dann mal dann kommen auch n paar fotos rein
lucas

Samstag, 28. Juli 2007

2 seminar


hmm das zweite wesentlich längere, exzessivere, anstrengendere seminar an dem wesentlich mehr weizen getrunken wurde und uns alte sünden wie kaputte zäune einholten liegt jetzt eine woche hinter mir/uns...
was nehmen wir aus diesem seminar (was gesetzlich vorgeschrieben is) mit?? naja...vllt so erkenntnisse wie: wir werden einen kultuschock bekommen und nach 3 monaten wird es uns shclecht gehen...und wahrscheinlich lästere ich gerade übelst ab über die inhalte und mir wird der wert erst in santiago bewusst aber im mom denke ich hauptsächlich an annekdoten(kp ob das jetzt so richtig geschrieben is): der macht e subba dienscht...was der leischtet isch der wahnsinn...dasch einfach unvorstellbar...das machen wir mal locker flockig...gebracht...
naja...für außenstehende is das jetzt alles n bissel unverständlich...hat halt alles unser vorsitzender, der einzig wahre, der ungenannte, ER gesagt...
naja...langsam is es an der zeit dass wir es realisieren was wir da eigentlich vorhaben...13 monate weg von zu hause...aber so richtig gelingt uns das wohl allen nicht
bleibt nur noch die möglichkeit zu warten bis es endlich losgeht, immer aufgeregter zu werden und irgendwann gehts halt los